Vermögensstrukturierung

Für Sie als Anleger wird es in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen zunehmend schwerer, Vermögen zu sichern und zu vermehren. Klassische Sparformen, wie zum Beispiel Tages- oder Festgelder, bringen heute kaum noch Zinserträge.

In den vergangenen Jahren konnten Sie ihr angelegtes Geld innerhalb von 18 Jahren durch Zins und Zinseszins verdoppeln. Heute würden Sie dafür rund 100 Jahre benötigen. Verschärft wird die Situation durch die Inflation, sprich Teuerungsrate und Kaufkraftverluste, die zum realen Abschmelzen des Vermögens führen.

Expertentipps

Wir haben für Sie zwei Experten befragt, die Ihnen wertvolle Tipps für eine gute Vermögensstruktur geben damit sich Ihre Geldanlage auch auszahlt.

Geldanlage lohnt sich auch in der Niedrigzinsphase

Im Interview erklärt unser Experte Werner Schönfeld, Leiter Vermögensmanagement und Privatkundenmarkt der Volksbank Bielefeld-Gütersloh, was Sie als Anleger aktuell bei der Geldanlage beherzigen sollten.

 

 

 

Herr Schönfeld, wann steigen die Zinsen? Sollen wir noch weiter warten?

Werner Schönfeld: Wann die Zinsen steigen, kann Ihnen mit Sicherheit niemand sagen, aber dass sich Warten auf steigende Zinsen nicht lohnt, haben die letzten Jahre deutlich gezeigt. Ich empfehle Kunden, einen angemessenen „Notgroschen“ als Liquidität zu parken. Darüber hinaus ist es sinnvoll, im Beratungsgespräch eine Vermögensstruktur zu entwickeln. Anleger sollten ihr Geld in verschiedene Anlagelösungen investieren. Eine ausgewogene Vermögensstruktur ist vergleichbar mit der Statik eines Hauses, die ja auch auf mehreren Säulen ruht. Gleichzeitig ist es wichtig, die Laufzeiten von verzinslichen Anlagen im Blick zu haben. Zum einen hebt man durch eine gute Laufzeitenstruktur die Gesamtverzinsung an und zum anderen erreicht man eine wachsende Unabhängigkeit von der Zinsentwicklung.

 

Was empfehlen Sie Kunden, die Geld anlegen wollen? 

Werner Schönfeld: So verschieden die Anleger und ihre Anforderungen sind, so individuell ist auch die Antwort auf die Frage nach der passenden Anlagelösung für ihr Vermögen. Es ist unmöglich, „den“ perfekten Rat zu geben, denn niemand kann in die Zukunft sehen. Vermögen muss den persönlichen Bedürfnissen entsprechend gut strukturiert angelegt werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine umfassende Analyse der individuellen Situation des Kunden. Erst wenn ich weiß, was mein Kunde für Pläne hat, kann ich ihm helfen, diese zu verwirklichen.

Wer klug ist, verteilt sein Vermögen also auf mehrere Bereiche?

Werner Schönfeld: Ja, denn hierdurch wird das Risiko gestreut und so die Sicherheit der Vermögenswerte in Gänze erhöht. Gleichzeitig steigert man durch die Nutzung verschiedener Anlageklassen seine Renditechancen. Wieviel in der jeweiligen Anlageklasse angelegt werden sollte, ergibt sich aus dem Risikoprofil des Kunden. Um dieses zu ermitteln klären wir im Beratungsgespräch sehr genau, welche Prioritäten der Kunde bei seinen Geldanlagen setzt. Wer heute jedoch nur Sicherheit wünscht, nimmt letztlich die Abschmelzung seines Vermögens in Kauf. Hier sehen Sie ein Beispiel für eine mögliche Anlagestrategie für einen risikoscheuen Anleger:

(*) Die Zuordnung von Fonds in die Assetklassen des Finanzhauses erfolgt i.d.R. anhand der langfristig erwarteten durchschnittlichen Allokation.

(**) Die Zuordnung von Zertifikaten in die Assetklassen des Finanzhauses orientiert sich am Satz des garantierten Rückzahlungsbetrages.

Quelle: Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG

 

Was gehört aus Ihrer Sicht in diese Anlagekombinationen?

Werner Schönfeld: Neben einer Liquiditätsreserve ergänzen Substanz- und Sachwerte eine gute Vermögensstruktur. Als konkretes Beispiel möchte ich hier unseren Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest hervorheben. Unser Mischfonds wurde 2015 von ECOreporter.de als bester nachhaltiger Mischfonds ausgezeichnet. Darauf sind wir wirklich stolz! Im Gespräch mit unseren Kunden merken wir, dass sich der Trend, auch nachhaltige Aspekte bei der eigenen Geldanlage zu berücksichtigen verstärkt: Die Anleger möchten Ertragschancen von Renten- und Aktienwerten nutzen, gleichzeitig aber auch wissen, wie die Mittel verwendet werden.

 

Aktienwerte sind ja nicht jedermanns Sache; Stichwort „Kursschwankungen“. Wieso lohnt es sich trotzdem?

Werner Schönfeld: Sparer können Kursschwankungen zu ihren Gunsten nutzen. Wenn zum Beispiel monatlich ein fester Betrag in Aktien- oder Mischfonds angespart wird, nutzen sie den sogenannten Durchschnittspreiseffekt. Bei unterschiedlichen Einstiegszeitpunkten und gleichbleibenden Sparraten kaufen sie bei niedrigen Kursen mehr, bei höheren Kursen weniger Fondsanteile. Dies kann sich langfristig für die Sparer auszahlen.

 

Quelle: BVR

 

 

Wichtiger Hinweis
Die vorstehenden Informationen stellen keine Handlungsempfehlung dar. Sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch eine individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Chancen und Risiken der Anlageprodukte werden nicht abschließend dargestellt. Detaillierte Informationen über Anlagestrategien und einzelne Anlageprodukte einschließlich damit verbundener Risiken, Ausführungsplätze sowie Kosten und Nebenkosten stellt Ihnen Ihre Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG vor Umsetzung einer Anlageentscheidung im Rahmen der Beratung gerne zur Verfügung.

Vermögensstrukturierung

Dr. Friedhelm Busch, Wirtschaftsjournalist und Börsenexperte, über die aktuelle Marktsituation und wie Sie, trotz niedriger Zinsen, Ihr Vermögen weiter aufbauen können.