Behindertengerechtes Passivhaus

Joachim Sunderkötter ist ein Mann der Tat. Seit über zwanzig Jahren engagiert er sich für den Klimaschutz. Damals war er einer der Pioniere in Sachen regenerative Energien. Heute steht vor seinem Haus ein Sportwagen – selbstverständlich mit Elektroantrieb. Mit seiner Frau Katja, von Beruf Physiotherapeutin, führt Sunderkötter eine eigene Stiftung. Das Ziel: Nachhaltigkeit fördern.

Nun verbindet das Ehepaar ihre Berufe und Berufungen in einem einzigartigen Projekt: In Gütersloh realisierten sie wohl das erste behindertengerechte Passivhaus in Holzrahmenbauweise, das als Miets- und Geschäftshaus genutzt wird – finanziert unter anderen von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh.

Nachhaltiger Wohnraum für Rollstuhlfahrer

Alle vier Wohneinheiten sind bereits vor Fertigstellung vergeben – Sunderkötters mussten nicht nach Mietern suchen, sie wurden aktiv angesprochen.

Ein Grund war sicher, dass Katja Sunderkötters Erfahrungen als Physiotherapeutin bei der Planung eingeflossen sind: Das Passivhaus ist nicht nur mit einem Fahrstuhl und durch breite Türen behindertengerecht ausgestattet. Die Sprachsteuerung um Türen zu öffnen, Licht oder Fernseher anzuschalten oder die Rollos zu bedienen zeigt, wie ernst es das Ehepaar mit ihrem Projekt meint.

Rollstuhlgerechte Physiotherapie-Praxis

Neben rollstuhlgerechtem Wohnraum betreibt Katja Sunderkötter ihre Physiotherapie-Praxis (PhysioTeam Sunderkötters) im Erdgeschoss, die selbstverständlich auch rollstuhlgerecht ausgestattet ist.

Ein Haus, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht

Auch bei der Passivhausbauweise macht der Bauherr keine halben Sachen. Passivhäuser dürfen maximal 15 Kilowattstunden Wärmeenergie pro Quadratmeter im Jahr verbrauchen, was 1,5 Litern Heizöl entspricht.

Sunderkötters Haus jedoch ist zudem noch ein „Plus-Energie-Haus“ – es erzeugt mehr Energie als es verbraucht. „Die Stromversorgung für die installierten Wärmepumpen, Lüftungs- und Hausgeräte und Licht wird größtenteils mittels einer Indach-Photovoltaikanlage erzeugt“ so Sunderkötter.

Mit dem Unternehmen GT-Solar GmbH kann Sunderkötter viel eigene langjährige Erfahrung einbringen. Sunderkötter setzt aber auch auf fachkundige Partner, z. B. mit der Firma Jaeger Haustechniksysteme aus Rietberg. Um den Holzrahmenbau kümmert sich Zimmermeister Frank Vielstädte aus Herzebrock-Clarholz.

Wichtig ist Sunderkötter auch, dass es zuverlässige Energie-Vergleichswerte gibt, mit denen geprüft werden kann, wie viel an Energie verbraucht bzw. gespart wird. Deshalb hat das Ehepaar die Fachhochschule Bielefeld für das Projekt gewonnen – sie soll zuverlässige Vergleichsdaten liefern.


Foto: Batteriespeicher – Die nicht verbrauchte Energie wird im Batteriespeicher für späteren Verbrauch gespeichert.

An Widerständen wachsen

Nicht alles in der Bauphase lief rund: „Vieles ist Neuland“, berichtet Sunderkötter, „auch für die beteiligten Akteure. Das Zusammenspiel von Behörden, Architekten und Handwerkern in diesem Bereich steckt noch in den Kinderschuhen“. Es gibt wenige Erfahrungswerte am Markt. „Aktuell fehlt es noch an einer Art Lobby, in der die Herausforderungen und Lösungen der Bauweise von Passivhäusern, besonders im Geschosswohnungsbau, gewerkübergreifend behandelt werden. Ein behindertengerechtes Passivhaus stelle noch eine zusätzliche Hürde dar". So dauerte die Planung des Projektes ein ganzes Jahr und oft zeigte dann doch erst die Arbeit den richtigen Weg.

Fruchtbare Partnerschaft mit der Volksbank Bielefeld-Gütersloh

Joachim Sunderkötter ist seit vielen Jahren Kunde der Volksbank Bielefeld-Gütersloh. Durch den engen, vertrauensvollen Kontakt profitierten beide Seiten voneinander: Sunderkötter hat unsere Bank an das Thema „Nachhaltigkeit“ herangeführt. Heute finanziert die Volksbank Bielefeld-Gütersloh – sehr zur Freude der Sunderkötters - zahlreiche nachhaltige Projekte.