Volksbank legt Ergebnisse zur Befragung des Mittelstandes vor

Erneuter Spitzenwert im Wirtschafts-Stimmungsbarometer

Bielefeld-Gütersloh. Dem Mittelstand in Bielefeld und dem Kreis Gütersloh geht es so gut wie nie. Das zeigt die Unternehmensbefragung der Volksbank Bielefeld-Gütersloh. Die Konjunktur im Wirtschaftsraum Bielefeld und Kreis Gütersloh läuft also weiterhin auf Rekordniveau. Das Stimmungsbarometer zeigt den Top-Wert seit 25 Jahren.

Die regionale Genossenschaftsbank führt bei ihren mittelständischen Unternehmen bereits seit 1991 Befragungen zur wirtschaftlichen Entwicklung und den Erwartungen für die Zukunft durch. Im letzten Jahr wurde das Stadtgebiet Bielefeld in die Befragung hinzugezogen. Da die Ergebnisse zwischen Gütersloher und Bielefelder Unternehmen kaum Unterschiede zeigten, wurde in diesem Jahr das Ergebnis für den Wirtschaftsraum Stadt Bielefeld und Kreis Gütersloh gemeinsam dargestellt.

An der aktuellen Befragung beteiligten sich 525 Betriebe aus dem Geschäftsgebiet der Genossenschaftsbank. Ergebnis: Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Bielefeld und Gütersloh liegt in 2016 erneut auf einem Rekordniveau. Das Stimmungsbarometer – ein Mischwert aus wirtschaftlicher Entwicklung im ersten Halbjahr, Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und Prognose für die zweite Jahreshälfte – lag bei 117,3 Punkten. „Wir leben in einer starken Wirtschaftsregion. Das zeigen diese Zahlen. Die Investitionsbereitschaft ist ungebrochen und der Mittelstand schreibt gute Ergebnisse“, freute sich Vorstandsvorsitzender Thomas Sterthoff, der das Ergebnis gemeinsam mit dem Generalbevollmächtigten Ralf Reckmeyer vorstellte und erläuterte.

Positive Indexwerte trotz Herausforderungen / Boom im Wohnungsbau
Der Vorstandsvorsitzende sprach auch die aktuellen Herausforderungen für die heimische Wirtschaft an. Trotz verändertem Kundenverhalten, steigender Digitalisierung, anhaltender Niedrigzinsphase oder dem Brexit-Referendum, herrschen in diesem Jahr bei den Unternehmen im Stadtgebiet Bielefeld und dem Kreis Gütersloh optimistische Prognosen. Der Stimmungsindex des verarbeitenden Gewerbes liegt mit 118,2 Punkten leicht über Vorjahresniveau (2015: 116,6). Im Dienstleistungsgewerbe veränderte sich der Index rückläufig auf 116,5. Im Vorjahr konnte hier noch ein Rekord-Index dargestellt werden (2015: 118,1). Der Indexwert im Handel entwickelte sich positiv auf 116,4 (2015: 114,0). Das Bau- und
Ausbaugewerbe ist mit 117,8 Punkten auf einem absoluten Rekordhoch und trägt somit wesentlichen Teil zum gesamtpositiven Stimmungsindex bei (2015: 112,3). „Wir erleben derzeit einen Boom im Wohnungsbau und das spürt diese Branche. Das zeigen auch unsere bewilligten Baufinanzierungskredite in Höhe von über 200 Millionen Euro an Häuslebauer, Investoren- und Kapitalanleger“, erklärt Sterthoff den gestiegenen Indexwert.
Die Weichen der mittelständischen Unternehmen in Bielefeld und Gütersloh stehen weiterhin auf Wachstum. „57 Prozent der Unternehmen haben in den nächsten sechs Monaten weitere Investitionen geplant“, freut sich Reckmeyer, Generalbevollmächtigter und Leiter Firmenkundenbetreuung der Volksbank Bielefeld-Gütersloh. Ein weiteres Indiz für die Stärke der Unternehmen: Sie haben die Eigenkapitalqoute, bezogen auf die Bilanzsumme, gesteigert. Reckmeyer: „58 Prozent der Unternehmen haben eine Eigenkapitalqoute von 20 Prozent und mehr – dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.“ Die Steigerungen wurden aus den guten Gewinnen der vergangenen Jahre erreicht, was ein deutliches Indiz für das veränderte Verhalten zur Gewinnverwendung im Unternehmen ist.

 

Facharbeitermangel weiterhin Problemfeld
Bei der Frage nach den Problemfeldern ist weiterhin der Arbeiter-/ Facharbeitermangel an erster Stelle. „Die Unternehmen wachsen und die Auftragsbücher sind voll. Daher ist die Nachfrage nach gutem Personal logisch“, erklärt Reckmeyer. Als weitere große Problemfelder wurden die zunehmende Bürokratie und die hohen Steuerbelastungen genannt. Ausnahme: Im Handel stand die Konkurrenzsituation an erster Stelle, der Arbeitermangel nur an Platz vier der Problemfelder.

 

Brexit und die Verbesserung der Geschäftslage
Eine Besonderheit der diesjährigen Befragung verriet Reckmeyer zum Schluss der Ergebnisvorstellung: „Während der Unternehmensumfrage stimmte das britische Volk am 23. Juni über das Brexit-Referendum ab.“ Die Bank hat daraufhin die Einschätzungen der zukünftigen Geschäftslage vor und nach der Brexit-Entscheidung analysiert und war über das Ergebnis erstaunt: Jeder Zweite meint, dass die Geschäftslage sich verbessert, 40 Prozent erwarten keine Veränderung und nur 8,5 Prozent sehen eine Verschlechterung. „Der Brexit wird sich jedoch für die heimische Wirtschaft noch nicht im nächsten halben Jahr auswirken, sondern erst bei perspektivischen Vertragsverhandlungen für die Zukunft“, weiß Vorstandsvorsitzender Sterthoff.

Bild: Thomas Sterthoff (Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG) und Ralf Reckmeyer (Generalbevollmächtigter und Leiter Firmenkundenbetreuung) stellten die Ergebnisse des Lageberichts vor.