Volksbank unterstützt mit 24.000 Euro

Große Hilfsbereitschaft der Bielefelder Bürger

Bielefeld. Die Ausschreibung der Volksbank Bielefeld-Gütersloh „Flüchtlingsintegration in Bielefeld“ ist auf sehr großes Interesse gestoßen. 25 Bewerbungen waren in nur gut 5 Wochen eingetroffen: Dabei überraschte der große Einfallsreichtum der Bielefelder bei den sehr unterschiedlichen Projekten. “Als regionale Genossenschaftsbank möchten wir das starke persönliche Engagement vieler Helfenden würdigen, die mit vielen tollen Ideen den Flüchtlingen hier bei uns ein neues Zuhause geben möchten“, so der Vorstandsvorsitzende Thomas Sterthoff zu den Beweggründen der Volksbank.

Am 23.11.2015 hatte Thomas Sterthoff den Startschuss für die Ausschreibung gegeben. Bis zum Jahresende konnten sich Vereine, Schulen, Kindergärten oder Institutionen bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh mit Maßnahmen bewerben, die zur Integration von heimatlosen Menschen beitragen. Hier waren insbesondere auch kleinere Projekte angesprochen, die weniger im Fokus der Öffentlichkeit stehen und das gesellschaftliche Miteinander fördern. Mit einem Gesamtvolumen von 24.000,00 Euro ausgestattet, konnten die einzelnen Projekte eine Zuwendung von max. bis zu 4.000 Euro erhalten. Für die Bewertung hatte sich die Volksbank mit Ralf Großegöddinghaus, Kreisgeschäftsführer des DRK, einen ausgewiesenen Experten in Sachen Flüchtlingshilfe zur Seite geholt. 

Die Bewerbungen ließen sich in fünf Themengruppen einteilen: Sprache, Sport, Kunst, Natur und Essen. Das Fundament für jede gelungene Integration ist die Verständigung in deutscher Sprache. Aber auch beim gemeinsamen Sport treiben, malen oder die Natur erkunden lernt man den Anderen kennen und schätzen. Zwei Projekte stellten das gemeinsame Essen in den Mittelpunkt, um so ins Gespräch miteinander zu kommen. 

16 Bewerbungen entsprachen letztlich den formalen bzw. inhaltlichen Anforderungen an die Ausschreibung; zwei davon, die die Sprachförderung in den Fokus gestellt haben, dürfen sich über die Maximalförderung von jeweils 4.000,00 Euro freuen: 

Der neugegründete Verein Internationaler Islamischer Frauenverein für Bildung in Bielefeld e.V. überzeugte die Jury besonders, weil hier Frauen, selbst mit Migrationshintergrund, Hilfe für ihre Landsleute in Deutschkursen, bei der Unterstützung von Behördengängen und Kontakten mit Schulen und Kitas bieten. Gleichzeitig finden die geflüchteten Frauen einen geschützten Raum, um über ihre Erwartungen, Hoffnungen und Probleme zu sprechen und sich mit der noch fremden Kultur in Deutschland auseinander zu setzen.

Bild: Gülistan Pakir vom Islamischen Frauenverein erläutert sehr emotional die Projektziele.

Der Förderverein für die DRK Flüchtlings- und Integrationsarbeit in Bielefeld e.V. erhält ebenfalls eine Förderung über 4.000,00 Euro. Hier helfen ehemals selbst geflüchtete Frauen bei der Alltagsbewältigung in Deutschland, aber auch bei der seelischen Betreuung traumatisierter Flüchtlingsfrauen. Unter dem Projektnamen „EDol Ehrenamtliche und Dolmetscher für traumatisierte Flüchtlingsfrauen“ will man die Geflüchteten unterstützen, sich nicht zu isolieren, sondern schnell in Bielefeld eine Heimat zu finden. Schirmherrin des neu gegründeten Vereins ist die Präsidentin der Handwerkskammer Lena Strothmann.

Aber auch andere Bewerbungen wie das Cafe Welcome mit seinem Getränkeausschank an der ZAB oder der Verein Enactus von der Universität Bielefeld, der einen gemeinsamen Garten gestalten will, fand die Hochachtung der Jury. „Wir haben großen Respekt vor Ihren Ideen und Ihrer Ausdauer, den  Neuankömmlingen hier bei uns ein neues Zuhause zu geben“, so Sterthoff in seiner Laudatio.
Nach dem offiziellen Teil der Ehrung kam spontan die Idee auf, sich gemeinsam zu vernetzen. Ganz im Sinne des genossenschaftlichen Gedankens wird die Volksbank den Austausch der Adressen übernehmen.

 

Bild: Thomas Sterthoff (r.) mit Vertretern aller Bewerber bei der Projektehrung.