Generalversammlung der GrünEnergie eG

Dividendenstabilität trotz schwierigem Marktumfeld

Gütersloh. Die Energiegenossenschaft GrünEnergie eG kann im fünften Geschäftsjahr eine Dividende von 2,8 Prozent an ihre 181 Mitglieder ausschütten. Das gaben die Vorstände Axel Kirschberger (Volksbank Bielefeld-Gütersloh) und Uwe Pöppelmann (Stadtwerke Gütersloh) in der jüngsten Generalversammlung am 23. Juni in der Gütersloher Volksbank-Zentrale bekannt. Der Beschluss wurde von den 32 stimmberechtigten anwesenden Mitgliedern einstimmig gefasst.

 

Kontinuität im Vorstand
„Als noch junge Energiegenossenschaft wachsen wir langsam und nachhaltig“, begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Sterthoff die Anteilseigner. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung des Jahresabschlusses 2015 durch den Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband wurde die professionelle und zielführende Arbeit der Vorstände der GrünEnergie durch unabhängige Prüfer bestätigt. Axel Kirschberger und Uwe Pöppelmann wurden im März dieses Jahres nach den ersten fünf Jahren Vorstandstätigkeit für weitere fünf Jahre vom Aufsichtsrat bestätigt. „Das spricht für die Professionalität und Kontinuität der geleisteten Arbeit. Beide machen einen guten Job“, dankte Sterthoff dem Vorstand.

 

Stabile Dividende für die Mitglieder
Die Vorstände präsentierten einen Bilanzgewinn von rund 37.000 Euro (2015: rund 31.000 Euro). Dieser wird überwiegend an die 181 Genossenschaftsmitglieder ausgeschüttet. „Die Dividende bleibt stabil wie im Vorjahr bei 2,8 Prozent. Das ist bei dem aktuellem Zinsniveau eine durchaus ordentliche Rendite“, so Vorstandsmitglied Kirschberger. Dennoch sprach er von einem derzeitigen schwierigen Marktumfeld. Durch die Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (Info 1) seien die Rahmenbedingungen für neue Projekte anspruchsvoller geworden. „Die Anforderungen wurden durch das bundesweite Ausschreibungsmodell deutlich erhöht“, berichtet Pöppelmann, „dies betrifft die gesamte Branche. Wir sehen diese Herausforderungen jedoch als Chance.“

 

Rekord-Windertrag in Harsewinkel
Die GrünEnergie (Info 2) ist an drei Projekten beteiligt. Die Neuinvestition der Windkraftanlage in Delbrück-Westenholz, die Anfang 2016 in Betrieb genommen wurde und an der die Energiegenossenschaft mit 51 Prozent beteiligt ist, verläuft positiv. „Hier befinden wir uns aber noch im Probebetrieb“, erläutert Kirschberger die gängigen ersten Schritte bis zur endgültigen Abnahme der Anlage. Der bisherige Windertrag lag leicht unter Prognose, da der Vollbetrieb der Anlage erst seit Ende April möglich ist. „Seitdem läuft die Windkraftanlage über Plan“, ergänzt der Vorstand. Der Solarertrag des Anfang 2013 erworbenen Solarparks in Haale/Saale übertraf in einem ordentlichen Sonnenjahr 2015 die Prognosen um knapp vier Prozent. Die erfreulichste Entwicklung konnte Kirschberger vom Windpark Harsewinkel, an dem die GrünEnergie mit 33 Prozent beteiligt ist, berichten. Dort konnte man einen Windertrag von 21 Prozent über der Prognose erwirtschaften. „Das ist der höchste Wert seit Inbetriebnahme des Windparks im Jahr 2011“, freut sich das Vorstandsmitglied. Die drei Projekte decken einen Energiebedarf von rund 2.400 Haushalten.

 

Ausblick
Unter den von Pöppelmann angesprochenen Herausforderungen sei dennoch ein weiteres Projekt derzeit in der Prüfung. „Wir beobachten den Markt sehr sorgfältig und sind immer auf der Suche nach attraktiven und verfügbaren Projekten“, ergänzt er, „müssen uns aber an unsere Vorgaben halten.“

 

Ungebrochenes Interesse an der GrünEnergie
Über 360 Bürgerinnen und Bürger der Region sind auf der Interessentenliste der GrünEnergie eingetragen, um Genossenschaftsanteile zu erwerben. So wird auf den endgültigen Abschluss des Windprojekts in Delbrück-Westenholz gewartet, um die Interessenten zu berücksichtigen. „Das Interesse ist weiterhin ungebrochen und zeigt, dass wir mit der GrünEnergie den richtigen Weg gehen“, freut sich Kirschberger. Die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurde einstimmig gefasst. 

  

 

Info 1
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2016) sieht vor, dass die Höhe der finanziellen Förderung für Strom aus Windkraft ab 2017 durch Ausschreibungen ermittelt wird, statt wie bisher über gesetzlich festgelegte Fördersätze. Wer weniger Subventionen verlangt, erhält dann den Zuschlag. Die bisherigen Garantiepreise für die Stromabnahme für neue Anlagen fallen dann weg. Mit den Ausschreibungen will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den kontinuierlichen und kontrollierten Ausbau kosteneffizient sichern. Laut BMWI sollen die Ausschreibungen so gestaltet sein, dass auch weiterhin ein breiter Mix von Betreibern (wie z.B. Genossenschaften, große Unternehmen, kleine Bürgerenergie-Initiativen und Stadtwerke) zum Zuge kommt. Kritiker befürchten jedoch eine Bevorzugung großer Energieunternehmen und die Chancenlosigkeit kleinerer, regionaler von Kommunen, Stadtwerken oder Genossenschaften getragenen Energieprojekten.

 

Info 2
Die GrünEnergie eG ist eine Initiative der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG und der Stadtwerke Gütersloh GmbH. Als eingetragene Genossenschaft  fördert sie das gemeinsame wirtschaftliche Handeln. Die GrünEnergie eG beteiligt sich an Projekten, die der Errichtung und Unterhaltung von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung sowie der Einspeisung dieser gewonnen Energie dienen. Sie gibt den Menschen in den Regionen Bielefeld und Gütersloh die Möglichkeit, sich an diesen regenerativen Projekten finanziell und aktiv entscheidend zu beteiligen, um den Anteil erneuerbarer Energieerzeugung zu erhöhen.

  

 

 

Bild: Präsentierten gute Zahlen der noch jungen Energiegenossenschaft GrünEnergie: (v.l.)  Vorstände Axel Kirschberger, Uwe Pöppelmann, Thomas Sterthoff (Aufsichtsratsvorsitzender) und Ralf Libuda (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender)