Zusammenarbeit zwischen Volksbank und SWB: Eine Erfolgsgeschichte

Wie SWB die Produktion der Autobauer zum Laufen bringt

Gütersloh. Rolls Royce, Mercedes Benz, BMW, Audi, Ford oder Opel – die Liste der Auftraggeber der SWB Schmedthenke Werkzeugbau GmbH aus Gütersloh liest sich wie das „Who is who“ der europäischen Automobilindustrie. Das im Spexarder Gewerbegebiet Lupinenweg nahe der A 2 gelegene Familienunternehmen hat sich aus bescheidenen Anfängen zu einem anerkannten und gefragten Spezialisten für die Fertigung von Werkzeugen zur Metallver- und –bearbeitung entwickelt. Die Erfolgsgeschichte von SWB ist dabei auch ein Musterbeispiel für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und seinem regionalen Finanzpartner – der Volksbank Bielefeld-Gütersloh.

Die Geschichte des Unternehmens – sie ist typisch für einen mittelständischen Betrieb der ostwestfälischen Wirtschaft. Die Geburtsstunde schlug in einer Garage irgendwo in Gütersloh. Dort machte sich der gelernte Werkzeugmacher Horst Peter im Jahr 1973 mit einem Handwerksunternehmen selbständig. Seine Auftraggeber waren zum überwiegenden Teil metallverarbeitende Betriebe aus dem OWL-Mittelstand.

Zwanzig Jahre nach der Gründung – das Unternehmen beschäftigte jetzt 13 Mitarbeiter und hatte seinen Standort an den Steinmerschweg in Spexard verlagert – stellte sich aus Altersgründen die Nachfolgefrage. Horst Peter löste sie auf seine Weise: Er bot seinen Betrieb dem ihm wohlbekannten und geschätzten Werkzeugmacherkollegen und Maschinenbautechniker Horst Schmedthenke, Vater der beiden heutigen SWB-Geschäftsführer, zum Verkauf an.

Schmedthenke und sein ältester Sohn Jörg, gelernter Maschinenschlosser und zu diesem Zeitpunkt nach abgeschlossenem Maschinenbaustudium als Laboringenieur an der FH Münster tätig, sahen die Chance zur Existenzgründung und nutzten sie. Verhandlungen über den Kaufpreis und die Frage der Finanzierung waren vergleichsweise schnell geklärt. Volksbank-Firmenkundenbetreuer Franz-Josef Kleinekofort, der das Unternehmen seit vielen Jahren in Finanzfragen berät und betreut, erinnert sich: „Wir hatten es seinerzeit mit einer mustergültigen Firmenübertragung zu tun, da hier mit Vater und Sohn zwei Mitglieder einer Familie in das unternehmerische Risiko gingen.“ Dass mit Jörg Schmedthenke schon bei der Übernahme ein potenzieller Nachfolger aus der Familie zur Verfügung stand, bezeichnet Kleinekofort als „seltenen Glücksfall“. Der Banker: „Wir kannten Horst und Jörg Schmedthenke als langjährige und treue Kunden und waren uns sicher: Die beiden schaffen das.“

Kleinekofort sollte Recht behalten. Nach dem Einstieg von Jörg Schmedthenkes jüngerem Bruder Carsten in das Unternehmen und in die Geschäftsleitung stellten Vater und Söhne das Unternehmen neu auf und bauten es schrittweise aus bis zur heutigen Größe (18.000 Quadratmeter Grundfläche) und Bedeutung. Meilensteine der Firmengeschichte waren die Verlagerung zum heutigen Standort im Jahr 1997 sowie vier Erweiterungsprojekte in 19 Jahren.

Heute, zwei Jahre nach dem Rückzug von Vater Horst Schmedthenke aus dem Unternehmen, zählt SWB 82 Beschäftigte, darunter fünf Auszubildende für die Industrieberufe Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker. Stichwort „Industrie“: Auch wenn SWB noch immer offiziell als Firma in der Handwerksrolle eingetragen ist, fühlt man sich am Lupinenweg mittlerweile als Industriebetrieb. „Unser Maschinenpark, unsere Größe und die vielen automatisierten Arbeitsabläufe haben doch eher industriellen Charakter“, sagt Jörg Schmedthenke.

Und wirklich: Wer die Werkshallen betritt, die Krananlagen mit einer Tragfähigkeit von bis zu 100 Tonnen und die vielen Werkzeuge sieht, der denkt eher an ein Industrieunternehmen als an einen Handwerksbetrieb. Auch der Maschinenpark hat eher industrielle Dimensionen. Größte Einzelinvestition der Firmengeschichte beispielsweise ist ein 6,5 Millionen Euro „schweres“ Portal-Bearbeitungszentrum aus dem Hause Waldrich Coburg. Hier wie auch an den anderen Maschinen entstehen auf Basis digitaler Daten die Präzisionsteile, die SWB zu einem gefragten Werkzeugbauer und Zulieferer der Automobilproduzenten machen.

Zu rund 95 Prozent fertigt SWB für Kunden aus dem Automobilsektor. Auf Hochtouren läuft derzeit die Produktion des Werkzeugbauers. Jörg Schmedthenke: „Wir haben einen Auslastungsgrad von 120 Prozent.“

Für die Zukunft hat sich das Management vorgenommen, weiter zu wachsen und insbesondere bei den Großwerkzeugen zuzulegen. Nach wie vor eng an der Seite des Unternehmens steht die Volksbank Bielefeld-Gütersloh mit ihrem Beratungs- und Betreuungsangebot. Dazu zählt unter dem Stichwort „Unternehmerdialog“ ein regelmäßiger Austausch zur aktuellen Lage und den Zukunftsperspektiven. Und mit dem Unternehmen VR Corporate Finance steht innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe sogar ein Spezialist für Firmenverkäufe und -übernahmen zur Verfügung.

Dass die Experten dieses Dienstleisters im Fall von Schmedthenke Werkzeugbau zum Zuge kommen, ist eher unwahrscheinlich. Zum einen haben die beiden Geschäftsführer Jörg und Carsten noch viel vor. Und zum Zweiten steht die dritte Generation bereit, das Unternehmen eines Tages als Familienbetrieb fortzuführen. 

Bild: Hier kommen handwerkliche Präzisionsarbeit und industrielle Fertigungsabläufe zusammen: SWB Schmedthenke Werkzeugbau GmbH.

Bild: Blick in die Produktionshalle der SWB Schmedthenke Werkzeugbau GmbH.

Zahlen zum Thema

  • Rund 150.000 Betriebe und damit jedes zweite mittelständische Unternehmen hat innerhalb von zehn Jahren eine Nachfolgeregelung zu treffen
  • Jede dritte Nachfolge soll außerhalb der Familie getroffen werden
  • Sieben von zehn Unternehmern wollen nach der Übergabe im Unternehmen bleiben oder von außen Einfluss nehmen

Quelle: GfK-Untersuchung im Auftrag der DZ-Bank

  

 

 

Bild: Ein vertrauensvolles Verhältnis kennzeichnet die Beziehung zwischen Unternehmer Jörg Schmedthenke und seinem Bankbetreuer Franz-Josef Kleinekofort von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh. Solide finanziert, wie alle Maschinen bei SWB, ist auch das Portal-Metallbearbeitungszentrum im Hintergrund, mit 6,5 Millionen Euro die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. (Foto: Stephan)