Volksbank Bielefeld-Gütersloh: Nachhaltige Geldanlagen liegen im Trend

Strengere Auswahlkriterien für Nachhaltigkeitsfonds

Gütersloh/Bielefeld. Unternehmen, die Hochvolumen-Fracking betreiben, sind jetzt tabu – ebenso wie Produzenten von gefährlichen Pestiziden: Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh hat für ihren Mischfonds „Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest“ die Auswahlkriterien verschärft. Die Genossenschaftsbank hatte den Fonds 2009 in Kooperation mit Union Investment initiiert. Das Portfolio umfasst nur Papiere von Unternehmen und Staaten, die bestimmte Standards in Sachen Umweltschutz und Soziales erfüllen. Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh ist bisher die einzige Volksbank in Deutschland, die einen solchen Fonds mitaufgelegt hat und das Fondsmanagement zudem berät.

Nachhaltige Geldanlagen liegen im Trend. Immer mehr Menschen wollen ihr Geld nicht blind investieren – sondern legen Wert auf ökologische und soziale Kriterien. Einer aktuellen Studie des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) zufolge hatten Investoren aus dem deutschsprachigen Raum 2016 rund 420 Milliarden Euro in nachhaltige Anlagen investiert – 29 Prozent mehr als im Vorjahr. „Diesen Trend sehen wir auch bei der Nachfrage nach unserem ‚NachhaltigkeitsInvest‘“, erklärt Nicole Rüping, bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh verantwortlich für den Anlageausschuss. „Gleichzeitig ist das natürlich auch ein Ansporn, das ökologische und soziale Profil des Fonds weiter zu stärken.“

Vor diesem Hintergrund gelten für den „NachhaltigkeitsInvest“ nun nicht nur strengere Ausschlusskriterien. Im selben Zug wurde auch ein neuer Dienstleister mit dem sogenannten Nachhaltigkeitsresearch beauftragt – also mit der Recherche und Überprüfung passender Wertpapiere auf soziale und ökologische Kriterien. Seit Juni übernimmt die Münchner Rating-Agentur oekom research diesen Job. Ihre Analyse-Ergebnisse entscheiden, welche Titel in den Fonds aufgenommen werden können – beziehungsweise welche entfernt werden, sollte ein Unternehmen oder ein Staat eines der Kriterien verletzen. „Oekom research analysiert mehr Staaten und Emittenten als ihr Vorgänger und kann Unternehmen noch genauer und differenzierter auf Nachhaltigkeitsindizien untersuchen“, so Rüping. „Die Filter sind strenger und präziser.“

Todesstrafe als Ausschlusskriterium
Den Ausschlag dafür, welche Unternehmen und Staaten auf der schwarzen Liste des Fonds landen, geben dabei 35 harte Ausschlusskategorien mit diversen Unterkriterien. Tabu sind bereits seit 2009 Anleihen von Staaten, in denen die Todesstrafe vollstreckt wird. Unternehmen müssen unter anderem Arbeitnehmerrechte wahren. Zudem dürfen sie nicht an der Veränderung von tierischem oder pflanzlichem Erbgut arbeiten. Seit Juni landen nunauch Unternehmen auf der schwarzen Liste, die gefährliche Pestizide produzieren oder Hochvolumen-Fracking betreiben. Auch die Finanziers kontroversen Umweltverhaltens oder mit Blick auf die Menschenrechte kritischer Projekte sind nun ausgeschlossen.
Mit diesem Konzept hat der „Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest“ seit seinem Start in 2009 eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Allein in den vergangenen fünf Jahren steigerte sich sein Wert um 39,2 Prozent. Das Volumen beträgt aktuell 87,3 Millionen Euro (Stand 30.06.2017). Insgesamt gibt es in Deutschland 42 nachhaltige Mischfonds – der „NachhaltigkeitsInvest“ ist darunter der einzige, der von einer Volksbank mitaufgelegt wird. Für seine Performance sowie seine Auflagen in Sachen Nachhaltigkeit hat ihn das Online-Nachrichtenportal Ecoreporter.de gerade erst mit der Note 2,0 ausgezeichnet.

 

Info
Die oekom research AG gehört zu den weltweit führenden Rating-Agenturen für Nachhaltigkeit. Sie wurde 1993 gegründet und gilt damit als einer der Pioniere im Bereich des nachhaltigen Investierens.

  

 

Bild: Nicole Rüping, verantwortlich für den Anlageausschuss des Volksbank Bielefeld-Gütersloh Nachhaltigkeitsinvest