Volksbank ist wieder „zu Hause“ am Kesselbrink

Kundenbetrieb in Bielefelder Volksbank-Zentrale gestartet

Bielefeld. Die Handwerker-Bullis sind verschwunden, alle Stromleitungen verlegt, die weiße Farbe an den Wänden ist getrocknet: Wo sich noch vor wenigen Tagen Tischler, Elektriker und Maler die Klinke in die Hand gaben, betreuen jetzt die Mitarbeiter der Volksbank Bielefeld-Gütersloh wieder ihre Kunden. Am heutigen Montag ist der Betrieb in der komplett sanierten Bielefelder Zentrale am Kesselbrink gestartet. Nach gut zweieinhalb Jahren Bauzeit hat die Genossenschaftsbank damit die Revitalisierung des in den 1960er-Jahren errichteten Gebäudes erfolgreich beendet. Bielefelder Bürger können sich in einem Monat selbst ein Bild vom „neuen alten“ Standort machen: Am Samstag, 16. Juni, feiert die Volksbank die Wiedereröffnung der Geschäftsstelle mit einem großen Kesselbrink-Fest.

Für die rund 150 Volksbank-Mitarbeiter, die ab sofort in der für 17 Millionen Euro kernsanierten Zentrale arbeiten, hieß es in den vergangenen Wochen deswegen „Koffer packen“. Der Großteil von ihnen war mit Beginn der Revitalisierung auf die ehemalige Stadtbibliothek ausgewichen. Andere wechselten von Gütersloh an den Kesselbrink. „Wir sind stolz und freuen uns außerordentlich, dass wir in Bielefeld endlich wieder ‚zu Hause‘ sind“, sagte Thomas Sterthoff, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bielefeld-Gütersloh, anlässlich der heutigen Eröffnung. „Unser Dank gilt allen Beteiligten, die das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht haben. Dazu gehören natürlich auch unsere Mitarbeiter, die in den vergangenen zwei Jahren einige Einschränkungen hinnehmen mussten und die am Ende beim Umzug an den Kesselbrink ordentlich mitangepackt haben.“ Das Gebäude wurde komplett entkernt, die Nutzfläche durch den Erweiterungsbau um 1.000 Quadratmeter auf knapp 7.000 Quadratmeter vergrößert.

 

Vertriebszentrale der Volksbank

In den sieben Etagen arbeiten nun Privatkundenbetreuer ebenso wie die Berater aus dem Vermögensmanagement, des Firmenkundengeschäfts, der Baufinanzierung, der Verbundpartner oder der Geno Immobilien. Zeitgemäße Arbeitsplätze sollen den Mitarbeitern optimale Bedingungen für flexibles Arbeiten bieten und ein Umfeld schaffen, in dem sich diese wohlfühlen und das die Kommunikation untereinander erleichtert. Die drei Vorstände haben sowohl am Kesselbrink als auch in der Gütersloher Zentrale an der Friedrich-Ebert-Straße Büros. Letztere bleibt auch weiterhin der offizielle Firmensitz der Volksbank Bielefeld-Gütersloh.

 

Volksbank-Lobby bietet neues Bankerlebnis

Für den Eingangsbereich einer Bank sieht das Erdgeschoss der revitalisierten Zentrale der Volksbank Bielefeld-Gütersloh am Kesselbrink eher ungewöhnlich aus: Die Wände bestechen durch moderne Betonoptik, ebenso der Fußboden. Viel Holz und Metall ergänzen den industriellen Look. An einer Wand hängt ein großformatiges Bild der Bielefelder Alm, der Spielstätte von Arminia Bielefeld. Wenige Schritte links vom Eingang wartet das Restaurant „Green Bowl“ auf seine Kunden. Der eigentliche Kundenservice-Schalter im hinteren Bereich des Foyers wirkt eher zurückgenommen. Aber das soll auch so sein: Denn statt einer klassischen Schalterhalle präsentiert die Volksbank Bielefeld-Gütersloh ein neues Bankerlebnis. Den Großteil der Fläche nimmt die „Lobby“ ein, deren Luftraum sich über zwei Etagen erstreckt und in der sich regionale Unternehmen und Institutionen zu wechselnden Themenausstellungen zeigen werden. „Das Konzept ist für eine Bank bisher einzigartig“, sagte Sterthoff sichtlich stolz bei der Vorstellung des Konzepts am ersten Tag in den neuen Räumen. In Gütersloh gebe es mit dem „Bankery“ zwar ein Restaurant, in dem Volksbank-Kunden auch ihre Bankgeschäfte erledigen können. Das Konzept am Kesselbrink stelle nun aber den nächsten Schritt dar – nicht nur, weil eine Gastronomie direkt in die Bank integriert werde und zwischen den Bereichen Bank und Gastronomie eine enge Verzahnung entsteht. Vielmehr sollen Volksbank, Lobby und Green Bowl Besuchern einen Ort zum Verweilen mit hoher Aufenthaltsqualität bieten. Dafür arbeitet die Volksbank mit verschiedenen Partnern zusammen, um innovative Veranstaltungen, Konzepte und Ausstellungen zu schaffen. Verschiedene Themenschwerpunkte ermöglichen so in einem begrenzten Zeitraum die Einbindung unterschiedlicher kreativer Akteure sowie von Vereinen, Firmen und Institutionen. „Die Volksbank-Lobby soll zeigen, was die Region Tolles zu bieten hat und zum Mitmachen und Entdecken einladen“, so Sterthoff weiter. „Alle drei Monate wollen wir ein neues Thema aufgreifen und gestalten – was den Menschen natürlich immer wieder einen neuen Anlass liefert, hier vorbeizuschauen.“

 

„Zuhause“: Zeigen, was unsere Region zu bieten hat

Den Beginn macht das Thema „Zuhause“ – passend zur Rückkehr der Volksbank Bielefeld-Gütersloh sowie von rund 150 Mitarbeitern in die Bielefelder Zentrale. „Der Kesselbrink ist quasi unsere Bielefelder Heimat – insofern lag das Thema auf der Hand“, erklärte Sterthoff. „Zuhause ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, zu dem man eine tiefe Verbindung hat. Das sind zum einen natürlich die eigenen vier Wände. Zum anderen stellen aber auch Ostwestfalen-Lippe im Allgemeinen und Bielefeld im Besonderen ein wichtiges Stück Zuhause für uns und viele unserer Kunden dar.“ Und genau das soll sich in den ersten Wochen auch in der Lobby widerspiegeln. Deswegen werden etwa Designprodukte von fünf regionalen Manufakturen und Unternehmen in der Lobby präsentiert und verkauft, darunter der Bielefelder „Statthocker“ der Designer Bastian Demmer und Jens-Oliver Bahr. Auch die Falt-Möbel der Bielefelderin Katja Führmann, Inhaberin von Flattish Fold, werden ausgestellt; ebenso hölzerne Grillzangen aus der Manufaktur von Tischler Andreas Hillebrand. Ein echter Hingucker ist das ebenfalls hölzerne Fahrrad des Steinhageners Tim Brüggemann (Holzmanufaktur „Formfreund“), der zudem weitere Einrichtungsgegenstände in der Lobby präsentiert. Und weil für viele Bielefelder auch Fußball fest zu ihrer Heimat gehört, hängt nicht nur besagtes Bild der Bielefelder Alm von Arminia Bielefeld in der Lobby, auch Fan-Produkte werden zum Kauf angeboten. Ein Leuchtbild im Kundenservice-Bereich zeigt zudem, wie der Kesselbrink früher ausgesehen hat. Bis zum 31. August sind die Inhalte in dieser Form zu sehen, danach wird sich nahtlos das nächste Thema anschließen.

„Mit diesem neuen Konzept denken wir das klassische Banking weiter“, erklärte Sterthoff. „Das Nutzungsverhalten der Kunden ändert sich – immer weniger suchen ihre Geschäftsstelle auf, um dort ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Deswegen wollen wir ihnen hier ein völlig neues Erlebnis bieten.“ Zudem stehe die Lobby nicht nur Kunden offen. „Jeder kann hier etwas essen, sich in der Lobby zu verschiedenen Themen informieren und inspirieren lassen oder an unserem Banking-App-Stand die digitalen Angebote ausprobieren. Wir bieten den Bielefeldern einen Ort zum Verweilen.“

 

Treffendes Konzept für die Quartiersentwicklung

Das neue Konzept soll somit auch auf die Pläne einzahlen, die die Volksbank Bielefeld-Gütersloh in Sachen Quartiersentwicklung rund um die Wilhelmstraße vorantreibt. In den angrenzenden Gebäuden entstanden und entstehen neue Wohn-, Büro und Geschäftsflächen. „Diese Kombination aus Arbeiten, Wohnen, Gastronomie und Einkaufen verleiht dem bislang unterschätzten Quartier ein neues Gesicht“, sagte Sterthoff. „Unser Ziel ist es, das Viertel für die Menschen attraktiver zu machen und es durch die verbesserte Lebens- und Aufenthaltsqualität als neuen, wichtigen Teil des Stadtzentrums zu etablieren.“

 

Energie- und ressourceneffizient

Mit der Fertigstellung der Bielefelder Volksbank-Zentrale ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin getan. „Die vergangenen zweieinhalb Jahre waren wirklich spannend – aber wir haben jetzt eines der größten Projekte unserer Unternehmensgeschichte erfolgreich zum Abschluss gebracht“, blickte Volksbank-Vorstand Michael Deitert zurück. Und das zudem äußerst nachhaltig. „Das Gebäude wurde nach modernsten energetischen Standards saniert“, erläuterte er. Insgesamt garantieren die neue Gebäudetechnik, die stärkere Dämmung an Fassade und Dach sowie der Einbau von neuen Fenstern mit außenliegendem Sonnenschutz die energetische Qualität eines Neubaus. Den Umbau hat Architekt Walter Hauer vom gleichnamigen Gütersloher Architekturbüro geplant und begleitet.

Ebenfalls ein Plus mit Blick auf den Umweltschutz: Auf den Abriss des Vorgängergebäudes wurde verzichtet. Das Stahlbeton-Skelett und die Fundamente mussten folglich nicht ersetzt werden. Das sparte Ressourcen und vermied unnötige Treibhausgasemissionen. Die Herstellung neuen Stahlbetons hätte etwa einen relativ hohen CO2-Ausstoß zur Folge gehabt. Denn selbst bei einem Abriss hätte die Kesselbrink-Zentrale zuvor kernsaniert werden müssen, um alle Schadstoffe ordnungsgemäß zu beseitigen.

 

Insgesamt habe man bei der Umgestaltung viel Wert auf die Optimierung der Grundrisse sowie die thermische Qualität der Innenräume gelegt, führte Deitert weiter aus. „Was die ‚Äußerlichkeiten‘ angeht, so haben wir bei der inneren und äußeren Gestaltung zudem auf Zurückhaltung gesetzt“, sagte er. Das zeige sich etwa bei der neuen, dezent gehaltenen Natursteinfassade, die zwar nach dem Vorbild der Gütersloher Volksbank-Zentrale angebracht worden war – aber auch an das Originalgebäude aus den 1960er-Jahren erinnert.

 

Neuer Veranstaltungsraum

Während die Volksbank äußerlich also größtenteils an ihren Vorgänger erinnert, unterscheidet sich das sechste Obergeschoss hingegen deutlich von der alten Anmutung: Es war komplett abgetragen und inklusive neuer Loggia wieder aufgebaut worden. Die zweite Etage hat einen großzügigen Balkon zum Innenhof. Direkt dahinter schließt sich ein Veranstaltungsraum für bis zu 120 Gäste an – ebenfalls eine Neuerung gegenüber dem Vorgängergebäude. Kunden dürften zudem die neuen Kundenparkplätze im Innenhof mit 15 Plätzen freuen, machen sie das Parken für den Bankbesuch am Kesselbrink doch deutlich einfacher. Im SB-Foyer stehen neben zwei SB-Terminals ein Münzzähler, ein Münzrollengeber, ein Safebag-Einzahler, zwei Ein- und Auszahlautomaten sowie ein Außen-Geldautomat an der Friedrich-Ebert-Straße zur Verfügung.

 

„mein-kesselbrink.de"

Mehr Informationen rund um den Kesselbrink und das Fest zur Wiedereröffnung präsentiert die Volksbank Bielefeld-Gütersloh auf der Website www.mein-kesselbrink.de. Darüber hinaus werden dort auch Geschichten rund um den Kesselbrink und die Quartiersentwicklung multimedial aufbereitet. Die Interviews, Portraits und Reportagen werden als Podcast, Videoclip oder klassische Text-Bild-Reportage veröffentlicht.

 

„Green Bowl – Poke & Coffee“

Ab heute bietet das „Green Bowl“ das hawaiianische Trend-Gericht Poke und Kaffeespezialitäten. Eine Premiere in Bielefeld. Das Green Bowl öffnet montags bis samstags von 9 bis 21 Uhr. Poke hat seine Wurzeln auf Hawaii und vereint die gesunde polynesische Ernährung mit den Ansprüchen an frische Mittags- oder Abendgerichte unserer Zeit. Poke wird in Schüsseln, den sogenannten Bowls, angerichtet und verzehrt. Die Basis bildet Reis, Quinoa oder knackiger Salat, die dann mit den „Proteinen“ - zum Beispiel Lachs oder Thunfisch, aber auch Hähnchenfleisch oder Tofu - ergänzt wird. Anschließend sind der Individualität bei der Wahl aus einer Reihe von Toppings keine Grenzen gesetzt: von Granatapfelkernen über Avocado bis hin zu Süßkartoffelwürfeln oder Wakame reicht das bunte Angebotssortiment. Abgerundet werden die Bowls mit schmackhaften Saucen, würzigen Dressings, verschiedenen Samen, Nüssen und Kräutern. Poke ist ein frisches und gesundes Fast Food mit schier unbegrenztem individuellen Variantenreichtum.

 

Bild: Die Vorstände begrüßen in der neuen Volksbank-Lobby am Kesselbrink: (v.l.) Reinhold Frieling, Thomas Sterthoff (Vorsitzender) und Michael Deitert