Kreditgeschäft verbucht fünftes Rekordjahr in Folge

5,9 Prozent Bilanz-Wachstum im Geschäftsjahr 2018

Bielefeld/Gütersloh. Mehr Firmenkundengeschäft – darunter eine wachsende Zahl von Start-ups, ein kräftiges Plus in der allgemeinen Kredit- und der Baufinanzierung, ein Anstieg der Gesamt-Bilanz um 5,9 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro und der Abschluss eines der größten Bauprojekte in der Unternehmensgeschichte: Dies sind nur einige von vielen Gründen, warum die Volksbank Bielefeld-Gütersloh auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurückblickt.

„Als führende Genossenschaftsbank in der Region haben wir unser Profil weiter geschärft“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Thomas Sterthoff. Zum letzten Mal vor seinem Eintritt in den Ruhestand zum 1. Juli 2019 präsentierte er heute mit seinem Vorstandskollegen Michael Deitert und Reinhold Frieling die Geschäftszahlen 2018 in der Bielefelder Zentrale am Kesselbrink. „Privatkunden und Unternehmen bauen verstärkt auf unser ganzheitliches Angebot, auf unsere Ortsnähe und auf den Komfort, den wir ihnen mit vielfältigen digitalen Lösungen bieten.“ Das Erfolgsrezept basiere auf zwei wesentlichen Zutaten: „Wir beraten persönlich und erweitern gleichzeitig unsere digitalen Angebote und Services“, so Sterthoff weiter.

Erfolgsrezept: Kompetente Berater und digitaler Service
„Wir bleiben unserer Philosophie treu: Wir wollen alle Menschen in der Region mitnehmen, sprich die „Digital Natives“ und auch jene, die nicht ständig online unterwegs sind“, so Sterthoff. Ein Konzept, das offenbar überzeugt, denn die Zahl der Mitglieder ist 2018 weiter um 4.321 auf 109.600 gestiegen. Neben der Kundennähe zahle sich der einfache Zugang zu Online-Angeboten aus.

Neukredite über 860 Millionen Euro
Als wichtige Säule der Geschäftsentwicklung hat sich das Kreditgeschäft erwiesen. Die gesamten Kundenforderungen betrugen zum Stichtag 31. Dezember 2018 3,07 Milliarden Euro. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein für Neukredite stellte das genossenschaftliche Kreditinstitut 860 Millionen Euro den Privatkunden, Investoren und der heimischen Wirtschaft im vergangenen Jahr zur Verfügung.

Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit Firmenkunden: Im Gesamtbestand legten die Firmenkundenkredite auf 567,6 Mio. Euro (plus 7,3 Prozent) zu. „Die heimische Wirtschaft schätzt uns als verlässlichen Finanzpartner. Unsere starke Marktposition hilft uns neues Geschäft zu generieren“, weiß Thomas Sterthoff. „Kompetente Beratung und kurze Entscheidungswege vor Ort sind für unsere Kunden wichtige Kriterien für eine Hausbankverbindung.“
Im Bereich der Baufinanzierungen vermittelte die Volksbank Bielefeld-Gütersloh im Geschäftsjahr 2018 zudem insgesamt 377,9 Millionen Euro an Immobilienkrediten beziehungsweise als Hypothekendarlehen im Verbund (+13,8 Prozent).

Gestiegene Kundeneinlagen im schwierigen Börsenjahr

Nach einem überdurchschnittlichen Wachstum im Jahr 2017 schwächte sich das Wertpapiergeschäft 2018 in der zweiten Jahreshälfte leicht ab. In einem schwierigen Börsenumfeld hat sich die Volksbank hier aber besser behauptet als der Markt. Dazu Thomas Sterthoff: „Der Aktienindex DAX sank 2018 um 18,26 Prozent. Dies blieb auch für unsere Kunden nicht ohne Folgen. Die Wertpapierbestände sind um 7,5 Prozent zurückgegangen. Das Volumen von 971 Mio. Euro zeigt jedoch, dass unsere Kunden weiterhin auf Wertpapiere als Teil ihrer Anlagestrategie setzen.“ Aufgrund dieser Börsenentwicklungen und der anhaltenden Niedrigzinssituation verwundert es wenig, dass auch die Kundeneinlagen um 7,5 Prozent auf 3,01 Milliarden Euro gestiegen sind.

Nachhaltigkeitsinvest: In zehn Jahren ein Plus von 30,7 Prozent erzielt
Das „grüne Geschäftsfeld“ floriert. Nachhaltige Geldanlagen liegen im Trend. Vielen Anlegern ist Nachhaltigkeit inzwischen genauso wichtig wie die Rendite. Mit dem Mischfonds Nachhaltigkeitsinvest hat die Volksbank frühzeitig Akzente gesetzt. Sie agiert mit dem eigenen Anlageprodukt besonders erfolgreich. „Binnen zehn Jahren hat der Nachhaltigkeitsinvest eine Wertentwicklung von plus 30,7 Prozent eingefahren und 2018 sogar zwischenzeitig die 100 Millionen-Euro-Marke überschritten“, berichtet Thomas Sterthoff.

„Wir definieren Bank neu“

2018 schloss die Volksbank Bielefeld-Gütersloh nach über zweijähriger Bauzeit eines ihrer größten Bauprojekte in der Unternehmensgeschichte ab: die revitalisierte Volksbank-Zentrale am Bielefelder Kesselbrink. „Mit ihr definieren wir Bank neu“, erläutert Sterthoff. Die Lobby ist ein neuartiger Treffpunkt für Austausch und Kommunikation. Wechselnde Themenwelten, Präsentation und Verkauf von regionalen Produkten, ein Stand zum Live-Testen der digitalen Angebote und ein ausgeklügeltes Gastronomie-Konzept mit hawaiianisch geprägten Spezialitäten, machen aus der Volksbank-Lobby einen Erlebnisort, wie man ihn von einer Bank nicht erwartet. Neue Veranstaltungsformate wie 12-Minutes-Me, Kreativmärkte oder ‚Ausgehen mit Freunden‘ bringen zusätzliche Besucher-Frequenz und spiegeln die Dynamik der neuen Zentrale am Kesselbrink wider. Mit den Investitionen im angrenzenden Wilhelmstraßen-Quartier ist zudem eine direkte Verbindung zur Innenstadt gelungen.


Im Detail

Das Geschäftsjahr der Volksbank Bielefeld-Gütersloh 2018

Bilanzsumme wächst um 5,9 Prozent

Mit einer Bilanzsumme von 4,43 Milliarden Euro zum Stichtag 31. Dezember 2018 übertraf die Volksbank Bielefeld-Gütersloh das Vorjahresergebnis deutlich. Das bedeutet ein Plus von 5,9 Prozent. „Wir haben das Potenzial unserer starken regionalen Präsenz genutzt und konnten so in einem hart umkämpften Markt weiter zulegen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Sterthoff. Die Mitglieder der Genossenschaftsbank dürfen sich nach seinen Worten auf eine angemessene Dividende freuen.

Kreditgeschäft erzielt fünftes Rekordergebnis in Folge

Motor des Wachstums war erneut das starke Kreditgeschäft. Mit einer Steigerung um 7,5 Prozent auf insgesamt 3,07 Milliarden Euro an Kundenforderungen wurde hier seit der Fusion im Jahr 2014 zum fünften Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. Insgesamt stellte das genossenschaftliche Kreditinstitut im vergangenen Jahr 860 Millionen Euro an Neukrediten zur Verfügung – für Privatkunden ebenso wie für Investoren und die heimische Wirtschaft. Auf Unternehmen entfiel mit 567,6 Millionen Euro der größte Anteil (+7,3 Prozent). „Vor allem Firmenkunden investieren kräftig und schätzen uns als verlässlichen Finanzpartner, der in der Region präsent ist“, erklärt Sterthoff. „Unser Vorteil: schnelle Entscheidungen vor Ort.“ Immer mehr Mittelständler nutzen zudem die sogenannte Tandem-Betreuung der Volksbank. Jedem Unternehmer stehen dabei sowohl ein Firmenkunden- als auch ein Private-Banking-Berater für Vermögensfragen zur Seite. „Dieser ganzheitliche Beratungsansatz wird immer intensiver genutzt“, sagt Sterthoff. Dabei bewähren sich auch die Kompetenzzentren. Dort stehen Experten zu allen wichtigen Finanzfragen schnell und persönlich zur Verfügung.

Baufinanzierungen

Das Baufinanzierungsgeschäft hat sich erneut als Domäne der Volksbank Bielefeld-Gütersloh erwiesen. Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh vermittelte im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 377,9 Millionen Euro an Immobilienkrediten beziehungsweise als Hypothekendarlehen im Verbund (+13,8 Prozent). Den Löwenanteil machten die neu abgeschlossenen Immobiliendarlehen aus. Sie legten um 14,2 Prozent auf 332,2 Millionen Euro zu. „Diese Entwicklung freut uns sehr. Sie kommt aber nicht überraschend, denn Zinsen sind weiterhin extrem günstig“, bilanziert Sterthoff. Der Bauboom wird sich seiner Ansicht nach fortsetzen: „Solange die Zinsen auf niedrigem Niveau verharren, bleiben Immobilien weiterhin gefragt. Das gilt für private Hausbauer ebenso wie für Investoren und Kapitalanleger, die nach einer attraktiven Rendite Ausschau halten.“

Unternehmensgründer und Start-ups

Immer mehr Schwung kommt in den Bereich der Neugründungen und Start-ups. „Unsere Berater sind in den innovativen Netzwerken unseres Geschäftsgebietes aktiv und nah an den Themen bzw. Köpfen der künftigen Unternehmergeneration“, berichtet Thomas Sterthoff. „Als starker Partner der ostwestfälischen Start-up-Szene engagiert sich die Volksbank erfolgreich in den Gründer-Netzwerken.“ Berater der Volksbank haben 119 Anträge (Vorjahr: 82 Anträge) zur Gründung von Unternehmen und Start-ups begleitet – von Handwerksbetrieben bis Online-Medien-Agenturen. Das gesamte Kreditvolumen für die Existenzgründer lag bei 7,1 Millionen Euro.

Devisenabsicherung: Zuwachs trotz schwankender Märkte

Der Geschäftsbereich Internationales Geschäft war 2018 geprägt vom Handelsstreit zwischen den USA und China sowie angedrohten Zöllen gegen die EU. Zudem erschwerten Sanktionen gegen Russland und den Iran das internationale Geschäft der Unternehmen aus Ostwestfalen. So betreuten die Berater im Außenhandel 10.483 Transaktionen (-13,6 Prozent). „In den Mittelpunkt rückte zeitgleich die Absicherung der Export- und Importgeschäfte“, berichtet Thomas Sterthoff. „Ein Plus von 1,5 Prozent auf 6.173 entsprechende Devisengeschäfte zur Kurssicherung bestätigt, dass unsere Beratung und Expertise in diesem Segment gefragt sind.“ Vor allem im Raum Bielefeld haben viele Unternehmer die langjährige Beratungskompetenz der Volksbank für sich entdeckt

Wertpapiergeschäft behauptet sich in schwierigem Umfeld

Nach einem starken Wachstum in 2017 konnte sich das Wertpapiergeschäft 2018 dem schwierigen Börsenumfeld nicht entziehen. Es hat sich aber besser behauptet als der Gesamtmarkt. „Der Aktienindex DAX fiel 2018 deutlich um 18,26 Prozent. Unsere Wertpapierbestände reduzierten sich vor allem durch den Einbruch in der zweiten Jahreshälfte um 7,5 Prozent“, erklärt Thomas Sterthoff. Ein Volumen von 971 Mio. Euro bestätige dennoch, dass die Kunden weiterhin auf Wertpapiere als Teil ihrer Anlagestrategie setzen. Die gesamten Wertpapierumsätze – also die getätigten An- und Verkäufe – beliefen sich auf 405,4 Millionen Euro (-37,5 Prozent). „Die schwache Entwicklung der Kurse am Aktienmarkt hat hier zu Zurückhaltung geführt“, analysiert Sterthoff die Situation.

Fondssparpläne als Einstiegsprodukt

Insgesamt verändern die Kunden ihr Anlageverhalten. „Angesichts der Unsicherheit durch globale Handelsstreits und abflauende Konjunktur setzen die Kunden vor allem auf Sicherheit. Trotzdem wollen sie auch Gewinn erwirtschaften und zunehmend nachhaltig investieren“, erklärt Sterthoff. Fondssparpläne eignen sich als Einstiegsprodukt auch für Kunden ohne große Vermögen. Im letzten Jahr wurden 4.057 neue Fondssparpläne für die Kunden angelegt.

Mischfonds Nachhaltigkeitsinvest besser als der DAX

„Mit dem Nachhaltigkeitsinvest zeigt die Volksbank Bielefeld-Gütersloh nun seit zehn Jahren exemplarisch, wie sich verantwortungsbewusst attraktive Renditen im Fondsgeschäft erwirtschaften lassen“, erklärt Sterthoff. Der nachhaltige Mischfonds verzeichnete mit -8,4 Prozent 2018 zwar eine negative Wertentwicklung, schloss aber um fast 10 Prozent besser ab als der DAX. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 haben die Anleger 94,1 Millionen Euro in den Nachhaltigkeitsinvest investiert (+3,5 Prozent). Mittelfristig profitieren die Anleger deutlich: Der Wertzuwachs in zehn Jahren summierte sich auf 30,7 Prozent.

Vermögensverwaltung

Eine starke Position hat sich die Volksbank Bielefeld-Gütersloh als Vermögensverwalter erarbeitet. 2018 betreuten die Volksbank-Mitarbeiter in diesem Segment 376 Mandate: 9,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das verwaltete Volumen pendelte sich bei 257,8 Millionen Euro ein. „Vor allem im Vergleich zu Privat- und Großbanken schätzen die Kunden neben der Kompetenz und der gewachsenen Beziehungen unsere verlässliche Präsenz vor Ort. Das stärkt unsere Position als wichtiger Finanzpartner am Markt“, so Sterthoff. Vermögende Kunden, die im Job oder familiär stark eingebunden sind, fehle oft die Zeit, sich umfassend mit ihren Vermögenswerten zu beschäftigen. „Gerade diese anspruchsvollen Klienten vertrauen auf unseren ganzheitlichen Ansatz. Wir sind hier über hochqualifizierte Betreuung vor Ort organisch gewachsen und werden uns speziell in Bielefeld weiter etablieren“, äußert sich Thomas Sterthoff zuversichtlich.

Insgesamt wuchs das verwaltete Gesamtvermögen 2018 – sprich die Summe aus Kundeneinlagen und Wertpapiergeschäft – um 3,5 Prozent auf 3,98 Milliarden Euro (2017: +3,5 Prozent).

Kundeneinlagen weiter gestiegen

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase haben die Kundeneinlagen zugelegt (+7,5 Prozent) auf 3,01 Milliarden Euro. Zwar verzeichnete die Volksbank Bielefeld-Gütersloh bei Spareinlagen (wie dem klassischen Sparbuch) einen Rückgang um 1,5 Prozent. Hingegen nahmen die sogenannten Sichteinlagen (wie zum Beispiel Tagesgeldkonten) um fast 10 Prozent zu. „Das belegt das Vertrauen der Anleger in unsere Genossenschaftsbank – gerade auch in herausfordernden Zeiten“, so Sterthoff: „Doch die Kundeneinlagen verlieren durch Zinsen unterhalb der Inflation an Wert. Wer sein Geld arbeiten lassen will, dem empfehlen wir zeitgemäßere Anlageformen als Sparbuch oder Tagesgeldkonto.“

Geno Immobilien verstärkt als Entwickler aktiv

Nach starken Wachstumsjahren hat die 100-prozentige Volksbank-Tochter Geno Immobilien 2018 ihre Marktposition weiter ausgebaut. Sie vermittelte im vergangenen Jahr 324 Verträge für Privat- und Gewerbeimmobilien, die Verkaufspreise in Höhe von 59,4 Millionen Euro erzielten.

Zusätzlich beteiligt sie sich an vielen städtebaulichen Projekten: In Gütersloh standen zum Beispiel der Start der Arbeiten am Kaiserquartier und Investitionen im öffentlich geförderten Wohnungsbau auf dem Programm. Auf 10.000 Quadratmetern des Kaiserquartiers in der Gütersloher Innenstadt entsteht bis 2020 ein modernes Wohn- und Geschäftsviertel. Ende 2018 begannen die Erd- und Abrissarbeiten. In Wiedenbrück entsteht an der Hellingrottstraße ein 22.000 Quadratmeter großes Wohnquartier mit modernen Häusern und Eigentumswohnungen, aber auch mit Mietwohnungen und öffentlich geförderter Mietwohnungsbau. In Bielefeld hat Geno die Entwicklung und Belebung des Wilhelmstraßenquartiers weiter vorangetrieben.

Auch die zweite Tochtergesellschaft Geno Hausverwaltung blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Um ihr Dienstleistungsangebot im Immobilien-Spektrum zu ergänzen, hatte die Hausverwaltungsgesellschaft zum Jahresbeginn 2017 ihre Arbeit aufgenommen. 2018 verwaltete sie 817 Wohneinheiten im Geschäftsgebiet - 58 mehr als im Vorjahr.
„Aktuell (15. Februar 2019) sind es sogar schon 1.084 Wohneinheiten“, erläutert Reinhold Frieling. „Denn aus der Übernahme einer kleineren Hausverwaltung sind in diesem Jahr bereits 267 weitere Wohneinheiten hinzugekommen.“

 

Starke Verbundpartner

Das Geschäft mit den Verbundpartnern hat dank der diversifizierten Anlageprodukte zugelegt. So sind sowohl die Zahl als auch das Volumen der 2018 neu abgeschlossenen Lebensversicherungen des Verbundpartners R+V Versicherung um 460 Stück (auf 3.550) beziehungsweise um 6,1 Millionen Euro (auf 46,9 Millionen Euro) gestiegen. Treiber waren laut Frieling Angebote der betrieblichen Altersvorsorge, die bei immer mehr Arbeitgebern eine wichtige Rolle spielen. Zudem ist für konservative Anleger der Garantiezins in Verbindung mit der Risikoabsicherung ein weiteres Argument für eine klassische Lebensversicherung. Noch dynamischer haben sich fondsgebundene Lebensversicherungen entwickelt. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge stieg auf 452, die Bewertungssumme wuchs um mehr als 15 Prozent auf 11 Millionen Euro. „Neben den höheren Renditeerwartungen spricht für diese Vorsorgelösungen auch, dass nur die Hälfte der Erträge kapitalsteuerpflichtig ist“, betont Vorstandsmitglied Reinhold Frieling.

Mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall konnte die Volksbank im letzten Jahr 3.016 neu abgeschlossene Bausparverträge vermitteln. Auffällig ist, dass die durchschnittlichen Barsparsummen deutlich steigen. „Zahlreiche Kunden sichern sich damit langfristig gegen steigende Zinsen für die spätere Anschlussfinanzierung ab“, erklärt der Vorstand.

Zahl der Mitglieder erneut gestiegen

Genau 165.499 Kunden und damit fast exakt Wert des Vorjahres zählte die Volksbank Bielefeld-Gütersloh zum Stichtag 31. Dezember 2018. 109.600 von ihnen sind zugleich Mitglieder des genossenschaftlichen Instituts; 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr (108.107 Mitglieder in 2017) und 3,5 Prozent mehr als 2016. „Damit sind etwa zwei von drei Volksbank-Kunden gleichzeitig Mitglieder“, sagt Vorstand Michael Deitert.

Mit der Region verbunden

Großen Wert legt die Volksbank Bielefeld-Gütersloh auf ein starkes und umfassendes gesellschaftliches Engagement in der Region. Im Jahr 2018 förderte sie Vereine, Institutionen und soziale Projekte mit einer Summe von insgesamt 515.173 Euro. Zudem richtete sie 2018 eine Crowdfunding-Plattform ein, als erstes Kreditinstitut im Geschäftsgebiet. Die ersten sieben Projekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt und mit einem Co-Funding in Höhe von 16.918 Euro von der Volksbank unterstützt.

Die Spendenbeträge beliefen sich im Jahr 2018 auf 265.247 Euro. Hinzu kam das regionale Engagement in Höhe von 167.598 Euro, etwa im Rahmen von Sponsoring-Vereinbarungen. Die Volksbank-Stiftung unterstützte das ehrenamtliche Engagement in der Region mit 59.000 Euro

30,5 Millionen Euro investiert

2018 investierte die Volksbank Bielefeld-Gütersloh 30,5 Millionen Euro und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte (17,5 Millionen Euro) floss in eines der – nach dem Neubau des Firmensitzes der Gütersloher Zentrale an der Friedrich-Ebert-Straße in 2004 - größten Bauvorhaben in der Geschichte der Genossenschaftsbank: die Revitalisierung der Kesselbrink-Zentrale. Im Mai 2018 startete der Kundenbetrieb. Fast 10.000 Besucher feierten im Juni mit beim großen Eröffnungsfest. Weitere Investitionen kamen der Quartiersentwicklung Wilhelmstraße in Bielefeld zugute. Die Volksbank hat dieses Areal rund um das Dieterle-Gebäude und die ehemalige Stadtbibliothek städtebaulich aufgewertet und Wohnraum sowie neue Dienstleistungs- und Gewerbeflächen geschaffen. Weitere größere Investitionen flossen in das Kaiserquartier in Gütersloh, die Umgestaltung des Bankery und in das neue Kompetenzzentrum Schildesche.

Investitionen in öffentlich geförderten Wohnungsbau

Als Genossenschaftsbank sehen sich die Volksbank und die Tochtergesellschaft Geno Immobilien dem Gemeinwohl verpflichtet. Michael Deitert: „Wir wissen, wie angespannt die Lage auf den Wohnungsmärkten ist und wie stark die Mieten steigen. Daher ist es wichtig, nicht nur Quartiere zu entwickeln, sondern auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

Zwei Beispiele: An der Heidewaldstraße in Gütersloh wird ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen errichtet. Das Grundstück (1.540 Quadratmeter) wurde gekauft, der Rohbau steht und die Fertigstellung ist für Mitte 2019 geplant. Auf einer früher gewerblich genutzten Fläche an der Bleichstraße in Bielefeld entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit bezahlbarem Wohnraum. Konkret sind 19 Miet-, Eigentums- und öffentlich geförderte Wohnungen vorgesehen. Die Bauarbeiten haben 2018 begonnen. Ziel ist die Fertigstellung Anfang 2020.

Von den Bauvorhaben partizipieren bei der Auftragsvergabe vor allem die Handwerksbetriebe aus der Region. „Als Regionalbank ist das für uns eine Selbstverständlichkeit und entspricht unserem genossenschaftlichen Auftrag“, begründet Deitert.

Nach nur zwei Jahren ist die Reorganisation der Geschäftsstellen abgeschlossen. Kleine Standorte wurden in SB-Standorte umgewandelt, größere zu Kompetenzzentren ausgebaut. Dort sind alle Spezialisten unter einem Dach zu finden. „Unser oberstes Gebot bleibt die Nähe zum Kunden“, erklärt Michael Deitert. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 unterhielt die Volksbank Bielefeld-Gütersloh 19 Geschäftsstellen beziehungsweise Kompetenzzentren sowie das Bankery in der Gütersloher Innenstadt, welches im Sommer 2018 ein „Facelifting“ erfahren hat. Bis Ende 2018 wurde die Geschäftsstelle im Bielefelder Ortsteil Schildesche an der Westerfeldstraße renoviert und zum Kompetenzzentrum aufgewertet. „Wir erfüllen damit die veränderten Kundenansprüche“, erläutert Deitert. „Kunden kommen seltener in die Geschäftsstellen, erwarten dann aber kompetente Beratung zu allen Finanzdienstleistungen von der Baufinanzierung über die Altersvorsorge bis hin zu gewerblichen Finanzfragen. Durch den Aufbau größerer, zentral gelegener Standorte können wir genau dieses ‚volle Programm‘ bieten. Zudem überzeugen die neu renovierten Kompetenzzentren mit modernster Technik und digitalen Möglichkeiten.“

Für das tägliche Bankgeschäft hat die Volksbank Bielefeld-Gütersloh die Anzahl ihrer SB-Standorte auf 37 ausgeweitet. 2019 kamen bereits zwei weitere in Hillegossen und in Wiedenbrück hinzu.

Online-Banking immer beliebter

Fest steht, dass sich die Bankgeschäfte immer stärker in Richtung Digitales verschieben. Mittlerweile sind 67,46 Prozent der Girokonten onlinefähig – nochmal etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr. Eindeutig zeigt sich diese Entwicklung bei den Überweisungen: 3,61 Millionen (79,2 Prozent) der insgesamt 4,5 Millionen Überweisungen aller Kunden in 2018 wurden online getätigt. Dem gegenüber standen 641.000 Überweisungen an SB-Terminals (14,1 Prozent) sowie 305.000 Überweisungen am Bankschalter (6,7 Prozent). Und vom Computer verschiebt sich das Geschäft weiter in Richtung mobile Endgeräte.

Bereits 13.208 Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte dabei über die VR-Banking-App per Smartphone oder Tablet – ein sattes Plus von 40,9 Prozent. „Wir arbeiten konsequent an der Ausweitung unserer digitalen Services und Angebote und diese stehen Internetbanken in nichts nach“, so Michael Deitert. Die genossenschaftliche Finanzgruppe hat eine Reihe von digitalen und einfachen Anwendungen, mit denen man Bankgeschäfte bequem und überall erledigen kann. Beispiele: Mein-Invest (digitaler Anlage-Assistent), VR-Organizer (App zur Dokumentenverwaltung und jederzeitigem Zugriff), VR-Smart-Finanz (Online Unternehmerkredit) oder der Online-Rechner für Immobilienfinanzierungen.

Gerade in Zeiten des digitalen Wandels ist auch eine hohe Beratungsintensität gefragt: Im vergangenen Jahr führten die Mitarbeiter rund 98.000 Kundengespräche. Die 24 Mitarbeiter des Kunden-Service-Centers nahmen überdies 277.000 Telefonate entgegen – 17.000 mehr als noch 2017 – und riefen 70.500 Mal selbst bei Kunden an.

Mitarbeiter werden gefördert

Zum Stichtag 31.12.2018 beschäftigte die Volksbank 747 Mitarbeiter (-27). 53 von ihnen befanden sich in der Ausbildung. Wie schon 2017 war der anhaltende Generationswechsel in der Mitarbeiterschaft Grund für den Rückgang der Angestelltenzahl. So traten 2018 weitere Mitarbeiter in die passive Phase der Altersteilzeit beziehungsweise in den Ruhestand ein. Unterdessen haben sich zahlreiche Kollegen fortgebildet, und es wurden Kundenberater und Spezialisten neu eingestellt, um sowohl die Beratungsqualität als auch die Kompetenzen weiter zu stärken. „Auf eine qualifizierte, differenzierte und fachlich fundierte Beratung aller Kunden legen wir großen Wert“, erklärte Michael Deitert.

Um für die neuen Anforderungen gerüstet zu sein, haben sich die Mitarbeiter über alle Beschäftigungsgruppen hinweg noch intensiver fortgebildet: Insgesamt beteiligten sich die Mitarbeiter an 2.425 Tagen an Personalentwicklungsmaßnahmen (+47,3 Prozent). „Wir bieten unseren Kollegen viele unterschiedliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten“, berichtet Michael Deitert. „Von der Entwicklung unserer Mitarbeiter profitieren unsere Mitglieder und Kunden. Gleichzeitig stärkt das unsere Bank als Arbeitgebermarke.“ Gerade junge und qualifizierte Mitarbeiter fragen gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten, nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf und nach Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements. 2018 erhielt die Volksbank zudem das Ausbildungs-Gütesiegel „best place to learn“.

Ausblick: Innovationsmanagement, neues EDV-System und Kontinuität im Vorstand

Grundsätzlich blickt die Volksbank Bielefeld-Gütersloh gut gerüstet in die Zukunft: Seit Juni 2018 hat sich ein „offizielles“ Innnovationsmanagement-Team etabliert. Damit verfügt die Genossenschaftsbank über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die Trends aufspüren, weiterentwickeln und professionalisieren. Impulse dieses Teams sind schon zuvor in die Gestaltung der Kompetenzstandorte und der neuen Zentrale am Kesselbrink eingeflossen und realisiert worden. „Wir pflegen hier den Kontakt zu den Kreativen und den digitalen Vordenkern in Ostwestfalen, um bei der dynamischen Veränderung auch in der Bankenlandschaft vorn mit dabei zu sein“, beschreibt Thomas Sterthoff die Motivation. Trumpfkarte gegenüber Fintechs und Großbanken bleibt weiterhin der direkte und persönliche Kontakt zu den Kunden.

In den kommenden Wochen ist das gesamte Volksbank-Team besonders gefordert: Nach intensivem Vorlauf, wird das EDV-System am Wochenende des 13. April 2019 umgestellt. Neben der Effizienzsteigerung interner Abläufe können Kunden anschließend ein noch komfortableres Banking nutzen.

Die Wirtschaftsprognosen für 2019 deuten auf eine leichte Eintrübung des Geschäftsklimas hin. „Doch insbesondere in einem anspruchsvollen und herausfordernden Umfeld können wir unsere Stärken zur Geltung bringen“, sagt Sterthoff.

Auch personell sind die Weichen auf Qualität und Kontinuität an Spitze gestellt, bevor Vorstandsvorsitzender Thomas Sterthoff sich zum 30. Juni 2019 nach 46 Jahren Arbeit im Genossenschaftsbankensektor im Alter von 63 in den Ruhestand verabschiedet und ein gutbestelltes Haus hinterlässt. „Die Nachfolge haben wir frühzeitig geplant und professionell geregelt“, so der Vorstandsvorsitzende. Bereits zum 1. April 2019 verstärkt Top-Manager Ulrich Scheppan (48) das Vorstandsteam um Thomas Sterthoff, Michael Deitert (53) und Reinhold Frieling (60). Am 1. Juli 2019 übernimmt dann Michael Deitert, der dem Vorstand bereits seit 2007 angehört, den Vorsitz.



Infokasten

Volksbank Bielefeld-Gütersloh – die starke Mitgliederbank der Region

  • 4,43 Milliarden Euro Bilanzsumme
  • 3,98 Milliarden Euro verwaltetes Gesamtvermögen
  • 3,01 Milliarden Euro Kundeneinlagen
  • 971,4 Millionen Euro Wertpapiervermögen
  • 3.016 neue Bausparverträge mit 153,6 Millionen Euro Bausparsumme
  • 3.550 neue Lebensversicherungsverträge (24.374 insgesamt)
  • 9.638 neue Sachversicherungsverträge
  • 3,07 Milliarden Euro Kundenforderungen
  • 45,7 Millionen Euro neue Hypothekenvermittlungen
  • 332,2 Millionen Euro an neu vermittelten Immobilienkrediten
  • 165.499 Kunden
  • 109.600 Mitglieder
  • 747 Mitarbeiter, davon 53 Auszubildende
  • 19 Geschäftsstellen bzw. Kompetenzzentren sowie das Bankery
  • 37 SB-Standorte